Trotz hoher Durchflussrate – Bohrung Vinzel wird nicht weiterverfolgt
26.03.2026Trotz gefundener geothermischer Ressource in Vinzel wird das Projekt nicht weiterverfolgt. Unter anderem, da ein Datacenter neu Abwärme liefert. Die Funde von Vinzel spornen EnergeÔ aber weiter an, Geothermie in der Genferseeregion weiter auszubauen.
EnergeÔ bestätigt in einer Medienmitteilung, die Geothermie-Bohrung in Vinzel aufzugeben. Die Hauptgründe sind ökonomischer Natur, da auch trotz intensiver Suche keine rentable Anschlusslösung gefunden wurde. Die Bohrung wird stillgelegt und das Terrain wieder in seinen ursprünglich Zustand gebracht.
Eine Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen
In Vinzel wurde eine eindrückliche Durchflussrate von 150 l/s gefunden, die Temperatur lag jedoch unter den erwarteten 80 Grad bei 33 Grad. Damit stand die indirekte Wärmenutzung im Fokus (Wassertemperatur in Kombination mit einer Wärmepumpe), doch auch diese musste verworfen werden. Ein Mitgrund lag darin, dass die Bohrung mit einem Datacenter, welches Abwärme liefern konnte, in Konkurrenz stand für die Wärmeverteilung in der Region Gland. EnergeÔ zeigt sich in der Mitteilung enttäuscht, die Anlage aufgeben zu müssen. Trotz des Fundes der geothermischen Ressource haben schliesslich andere äussere Faktoren zur Einstellung der Bohrung geführt.
Daniel Clément, Direktor von EnergeÔ fasst die Situation wie folgt zusammen: „Diese wirtschaftliche Entscheidung ist natürlich nicht die, die wir uns erhofft hatten, aber es ist wichtig, die nötige Distanz zu wahren, damit die Entwicklung der Geothermie an anderen Standorten fortgesetzt werden kann. Obwohl das ursprüngliche Ziel nicht erreicht wurde, hat die Bohrung in Vinzel positive Aspekte mit sich gebracht: Sie verlief ohne Zwischenfälle auf der Baustelle und ohne seismische Erschütterungen und hat durch die Ergebnisse bestätigt, dass das Jura-Gebirge ein wahres geothermisches Wasserschloss ist.“
Genferseeregion bleibt vielversprechend
Durch die Bohrung konnte EnergeÔ und seine Partner weitere Erkenntnisse und Erfahrungen für Geothermie-Projekte in der Genferseeregion gewinnen. Die Verantwortlichen zeigen sich auch dementsprechend optimistisch, was die Region Nyon angeht. Die 3D-Erkundungen des Untergrunds zeigen dort vielversprechende Ergebnisse. Hier werden Wasservorhaben erwartet, die mit einer ersten Prospektionsbohrung in einer Tiefe von 650 Metern erforscht werden sollen. Anschliessend will EnergeÔ tiefer graben (1500 Meter) und eine Doppelbohrung zur Nutzung installieren.
Wärmeversorgung der Region sicherstellen
EnergeÔ blickt trotz allem optimistisch in die Zukunft. Vor allem die 30 Millionen, welche das nationale Parlament für die Wärmenutzung in der Geothermie gesprochen hat und die Unterstützung des Kantons Waadt (19. 9 Millionen für die Erkundung des Untergrunds und 5 Millionen für Prospektionsbohrungen) sind wichtige Schritte für die Geothermieentwicklung. Vom finanziellen Unterstützungsangebot des Kantons will das Unternehmen bei einer Erkundungsbohrung in Nyon Gebrauch machen, um dort – auch mit den Erfahrungen von Vinzel- die Wärme im Boden zu nutzen.
Auch mit Blick auf die aktuelle geopolitische Situation bleibt EnergeÔ überzeugt, dass Geothermie ein essentieller Pfeiler in der Energie- und Wärmewende ist. „Die Energie liegt unter unseren Füssen, das ist eine Tatsache. Jetzt geht es darum, aktiv zu werden und die derzeitige Lernphase hinter uns zu lassen, um diese Ressource in grösserem Umfang zu nutzen“, so Direktor Daniel Clément.
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