What’s up Tiefengeothermie bringt die Branche der Geothermie zusammen
26.06.2026Am 24. Juni haben sich rund 130 Personen im EventForum Bern zu der Veranstaltung „What’s up Tiefengeothermie in der Schweiz“ getroffen. Dabei haben sich die Projektträger, Geothermieunternehmen und Behörden vernetzt und von ihren Erfahrungen berichtet. Geothermie-Schweiz zieht ein äusserst positives Fazit der Veranstaltung.

Der gut besuchte Anlass des Programmes Transfer fördert den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Tiefengeothermie.
Verschiedene Schweizer Projektträger präsentierten den neusten Stand ihres Tiefengeothermie-Projektes. Der Vernetzungs- und Informationsanlass von Geothermie-Schweiz wurde im Rahmen des Progamms Transfer durchgeführt. Durch die verschiedenen Präsentationen konnten die Verantwortlichen projektübergreifendes Wissen und Erfahrungen weitergeben, wodurch die ganze Geothermie-Branche gestärkt wird. Nachfolgend finden Sie unter den verschiedenen Links die Präsentationen der Geothermie-Tagung:
Vormittag
Zu Beginn gab Fabienne Sierro, Programmleiterin Transfer, einen Einblick in das Wissenstransfer-Programm von Geothermie- Schweiz.
Transfer: Wissen bündeln, Umsetzung beschleunigen.
Anschliessend zeigt Niels Giroud den aktuellen Stand von Geool und der Stadtwerke Lausanne, unter anderem auch mit einer ökonomischen Analyse.
Geool: Projet d’exploration dans la région lausannoise (FR)
Das Konsortium YOM bestehend aus Y-CAD, Orlatti Real Estate und MalmEnergie zeigte, wie sie kommunikativ bei ihrem Projekt vorangegangen sind und die Akzeptanz in der Bevölkerung in der Region Yverdon steigern konnten.
Programme GéothermY : retour d’expérience sur une communication à 360° (FR)
Das Bundesamt für Energie mit Nicole Lupi zeigte die Förderinstrumente auf nationaler Ebene sowie die verschiedenen Rollen von Bund, Kanton und Industrie.
OFEN: Retour sur 8 ans de subventions fédérales (FR)
Daniel Clément, Direktor von EnergeÔ und AGEPP, berichtete zusammen mit Nathan Olry, stellvertretender Direktor sowie Verantwortlicher der Bohrprojekte bei EnergeÔ, zu den Projekten in Vinzel und Lavey.
Zum Abschluss des Vormittags informierte Swiss Geo Energy mit Eric Léoutre und Philippe Corboz zu den Projekten in Eclépense wie auch in der Broye.
Projets de Cogénération Eclépens& La Broye (FR)
Nachmittag
Am Nachmittag begann Fabien Christ, Hydrogeologe bei Geo-Energie Suisse, mit dem nationalen Elektrizitäts-Projekt Haute-Sorne. Er fasste die aktuelle Situation und wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Geo Energie Suisse: Le projet de géothermie de Haute-Sorne (FR)
Nathalie Andenmatten und Frédéric Mirjolet der Genfer Stadtwerke informierten zu der langfristigen Versorgungsvision von Genf und der bevorstehenden Bohrung.
Olivier Rammelaere leitet bei Energie Service Biel/Bienne das Geschäftsfeldmanagement und entwickelt insbesondere die Bereiche Wärme und Kälte weiter. Er zeigte die Entstehungsgeschichte des Geothermie-Projektes in Biel und welche Rolle die Geothermie im zukünftigen Bieler Energiemix einnehmen kann.
ESB: Projet de Géothermie Biel/Bienne (FR)
Bernd Frieg ist Delegierter des Verwaltungsrats und Geschäftsführer der Geothermie Thurgau AG. Er zeigt das Projekt TEnU 2030, welches die Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung des tieferen Untergrunds im Thurgau schafft.
Geothermie Thurgau AG: TEnU 2030
Zum Schluss des Tages präsentierte Geschäftsstellenleiter Jérôme Faessler, warum eine Risikogarantie für Schweizer Projekte sinnvoll sein kann.
Geothermie-Schweiz: In Richtung 90%-Risikogarantie in der Schweiz?
Zum Abschluss des Tages fasste Vizepräsident Vincent Badoux den Tag mit einigen Kernbotschaften zusammen:
- Die Ressource ist da, genauso wie das Explorationsrisiko
- Eine entscheidende Hürde ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit – und dabei ist die Durchflussrate ein zentrales Element
- Die technischen und seismischen notwendigen Kenntnisse sind bereits vorhanden
- Die Branche ist dabei sich zu industrialisieren
- Die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit muss aufgebaut werden, sie kann nicht von oben herab durchsetzen
- Die finanzielle Unterstützung der Projekte könnte sich von Subventionen hin zu Risikogarantien entwickeln
- Geothermie-Suisse und TRANSFER fungieren als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Akteuren.
Zusammenfassend haben der Dachverband und das Programm TRANSFER zum Ziel, die verschiedenen Projekte voranzubringen. TRANSFER fördert eine projektübergreifende Struktur sowie einen Erfahrungsaustausch in der Geothermiebranche. Dies geschieht durch die gezielte Vernetzung von Behörden, Industrie und Wissenschaft sowie durch die Praxisgemeinschaften ERFA mit den Kantonen wie auch den Energieversorgungsunternehmen.
Mit dem Format „Lernfall – Stolperstein und Erfolgsfaktor“, das in allen Präsentationen integriert wurde, fördert TRANSFER den aktiven Wissensaustausch.
Schlussendlich entstehen durch das Programm TRANSFER sehr konkrete Ergebnisse: Leitfäden zur Regulierung von tiefen Geothermiebohrungen, Erfahrungsbericht über drei geothermische Bohrungen, ein Leitfaden zur Durchführung von geophysikalischen Erkundungskampagnen sowie zur geologischen Risikogarantie wurden veröffentlicht.
Geothermie-Schweiz blickt äusserst zufrieden auf die Veranstaltung und den Erfahrungsaustausch zwischen den Projektträgern und bedankt sich herzlich bei den Organisationen, die das Programm TRANSFER finanzieren: dem BFE, der Praxisgemeinschaft Geothermie für die Kantone und der Praxisgemeinschaft Geothermie für Energieversorungsunternehmen (EVU).
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