Tiefengeothermie im Jura, Tiefengeothermie-Projekt in Haute-Sorne

Veröffentlichung des kantonalen Berichts zur Erkundungsphase in Haute-Sorne

12.01.2026

Das Geothermieprojekt in Haute-Sorne wird durch ein massgeschneidertes kantonales Führungs- und Aufsichtssystem begleitet. Der Kanton Jura übt eine aktive Oberaufsicht aus, die auf einer engen interdepartementalen Koordination sowie auf dem Rückgriff auf unabhängige wissenschaftliche Expertise beruht. Die Erfahrungen aus Haute-Sorne veranschaulichen ein anspruchsvolles Regulierungsmodell, das auf dem Vorsorgeprinzip, der Unabhängigkeit der Kontrolle und der kontinuierlichen Verbesserung basiert und eine wichtige Referenz für die künftige Ausgestaltung von Tiefengeothermieprojekten des EGS-Typs in der Schweiz darstellt.

Das Pilotprojekt zur Tiefengeothermie in Haute-Sorne, getragen von der Geo-Energie Jura AG, hat zum Ziel, die Machbarkeit von verbesserten geothermischen Systemen (EGS) zur Stromerzeugung aus der Erdwärme in der Schweiz aufzuzeigen. Als zuständige Aufsichtsbehörde stellt der Kanton Jura die Oberaufsicht über das Projekt sicher. Diese erfolgt in einem klar strukturierten und anpassungsfähigen Rahmen, der auf Risikomanagement, Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ausgerichtet ist.

Die Aufgaben des Staates erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus des Projekts und stützen sich auf eine umfassende und kontinuierliche Überwachung. Dabei kommen technische, personelle und organisatorische Mittel koordiniert zum Einsatz. Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz der Umwelt sowie der Überwachung der induzierten Seismizität, dies in enger Zusammenarbeit mit unabhängigen Fachpersonen. Zur Sicherstellung einer wirksamen Aufsicht wurde eine speziell angepasste Führungs- und Aufsichtsstruktur geschaffen, die auf Sorgfalt, Transparenz und interdisziplinärer Fachkompetenz beruht. Die Vorbereitung auf mögliche Notfälle ist durch Einsatzpläne gewährleistet, die gemeinsam mit den zuständigen lokalen Stellen erarbeitet wurden.

Transparenz bildet einen zentralen Pfeiler des kantonalen Handelns. Um Informationsdefizite in der Bevölkerung abzubauen, wurde ein erheblicher Kommunikationsaufwand betrieben. Ziel ist es, auf Anliegen der Bevölkerung einzugehen, Sachverhalte klar darzustellen und frühzeitig über zentrale Aspekte des Projekts zu informieren.

Der Kanton Jura hat damit einen neuartigen rechtlichen Rahmen geschaffen, der darauf ausgerichtet ist, die mit diesem innovativen, technisch anspruchsvollen und gesellschaftlich sensiblen Projekt verbundenen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu begrenzen und zu bewältigen.

Der unter dem folgenden Link (nur auf Französisch)  verfügbare Tätigkeitsbericht gibt einen Überblick über die Arbeiten der Aufsichtsbehörde während der Explorationsphase (2022–2025), insbesondere in den Bereichen Regulierung, Überwachung, Koordination und Kommunikation. Er zeigt auf, wie die kantonale Verwaltung ihre Fachkompetenzen einsetzt, um das Projekt verantwortungsvoll zu begleiten und die rechtlichen Grundlagen in einem sich noch entwickelnden nationalen Umfeld weiterzuentwickeln.

Operative Phasen des Projekts. Die vierte Phase, der Rückbau, kann in jeder Phase ausgelöst werden.

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