Übersichtliche und leicht zugängliche Daten für Geothermie-Projekte
03.11.2026Swisstopo stellt die Grundlageninformationen aus verschiedenen Tiefengeothermieprojekten zur Verfügung. Diese Informationen ermöglichen es anderen Projektträgern, den Untergrund besser zu verstehen und geologische Risiken in der Schweiz zu verringern. Erfahren Sie in diesem Artikel, über welche Anwendungen Sie auf diese Daten zugreifen können.
Träger von Tiefengeothermieprojekten haben die Möglichkeit, beim Bundesamt für Energie (BFE) finanzielle Unterstützung zu beantragen. Im Gegenzug sind sie verpflichtet, die im Verlauf ihres Projekts gewonnenen Daten unentgeltlich an den Standortkanton und an swisstopo weiterzugeben. Die unbearbeiteten Grunddaten werden je nach Projektphase 1 bis 2 Jahre nach ihrer Erfassung öffentlich zugänglich und können somit von anderen Projektträgern genutzt werden. So können diese geologischen Risiken ihres eigenen Projekts verringern und haben bessere Kenntnisse des Schweizer Untergrunds. Die Daten sind auch für die Kantone nützlich für die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Untergrundressourcen, unter anderem der Geothermie. Universitäten und Innovationszentren können die Daten ebenfalls für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nutzen. Diese Daten sind zudem von Interesse für Tiefbauprojekte, die Planung von Gas- oder Wärmespeichern sowie die Suche nach natürlichem Wasserstoff oder kritische Rohstoffe.
Die gewonnenen Daten aus den Geothermie-Projekten bestehen im Wesentlichen einerseits aus 2D- oder 3D-Reflexionsseismikmessungen und andererseits aus Daten aus Tiefbohrungen (geologische Schichten, petrophysikalische Eigenschaften der Gesteinsformationen oder des Reservoirs usw.).
In welchem Dokument und in welchem Umfang die Daten geliefert werden sowie deren Strukturierung sind Gegenstand einer von swisstopo herausgegebenen Richtlinie.
Seit der Einführung der Bundesprogramme zur Förderung der Tiefengeothermie wurden mehr als 20 seismische Untersuchungen und 10 Bohrungen subventioniert und durchgeführt. Die meisten der daraus gewonnenen Daten sind heute nicht mehr vertraulich und können veröffentlicht werden.
Swissgeol, eine nationale Plattform zur Bereitstellung geologischer Daten.
Die grösste Herausforderung bei der Verwaltung dieser grossen Datenmenge besteht darin, sie auf einfache und zentralisierte Weise zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck nutzt swisstopo seine Plattform zur Veröffentlichung geologischer Daten von nationalem Interesse: swissgeol.ch.
Sobald die eingegangenen Daten auf Vollständigkeit und Qualität geprüft wurden, werden sie über die folgenden Anwendungen veröffentlicht:
- boreholes.swissgeol.ch ermöglicht insbesondere den Zugriff auf strukturierte Daten zu den jüngsten Tiefenbohrungen zur Geothermie (Standort und Geometrie, Lithologie, Chrono- und Lithostratigraphie, hydrogeologische Beobachtungen, Bohrprofile und Ausbau der Bohrlöcher usw.). Seit kurzem sind auch die Log-Dateien dieser Bohrungen im Reiter «LOG» abrufbar und können nach Messart gefiltert werden, um die Suche zu optimieren.
- assets.swissgeol.ch bietet unter anderem Zugang zu den aufbereiteten Daten von seismischen Kampagnen sowie zu Projektdokumenten, die nach Ablauf der vertraulichen Frist veröffentlicht wurden (Berichte zur Erfassung oder Aufbereitung der seismischen Daten, Bohrabschlussberichte, stratigraphische Logs, Analyseergebnisse usw.)
- viewer.swissgeol.ch ermöglicht die Einsicht in geologische 3D-Modelle auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene sowie in seismische Profile und wird in Kürze auch die Darstellung von Bohrungen in 3D ermöglichen.
Durch die Veröffentlichung der Daten zu den vom BFE subventionierten Geothermieprojekten über die Plattform swissgeol ist es gelungen, eine heterogene Sammlung von Informationen, die zuvor schwer zugänglich und auswertbar war, in eine zentralisierte und strukturierte nationale Datenbank umzuwandeln. Der vereinfachte Zugang zu bestehenden geologischen und geophysikalischen Informationen ermöglicht eine bessere Planung neuer Untersuchungsvorhaben, hilft dabei, Datenlücken für künftige Erkundungsaktivitäten zu erkennen, und trägt dazu bei, die geologischen Risiken der Projekte zu verringern und das Wissen der Kantone über ihren Untergrund zu verbessern.
Möchten Sie über Neuigkeiten rund um die Plattform und ihre Anwendungen auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie doch die Linkedin-Seite von swissgeol und nehmen Sie am 19.11.2026 am Forum CONNECT in Bern teil, wo Sie eine Präsentation zu diesem Thema besuchen können.
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