Geothermieprojekt Haute-Sorne

Projekt Haute-Sorne: Im Dialog mit der Bevölkerung

30.04.2026

In Bassecourt im Jura organisierte die Begleit- und Informationskommission (CSI) des Projekts Haute-Sorne einen Informationsabend mit unabhängigen Experten und stellte sich den Fragen der Bevölkerung.

 

Une centaine de personnes ont participé à la soirée d'information.

Etwa hundert Personen nahmen an der Informationsveranstaltung teil.

An der dritten öffentlichen Informationsveranstaltung, die von der CSI organisiert wurde, stellten verschiedene unabhängige Experten ihr Fachwissen zu den Themen Hydrogeologie, Seismizität und Risikoakzeptanz vor. Auf jeden Vortrag folgten Fragen und Bedenken der Bevölkerung. Zudem informierten die Verantwortlichen des Projekts Haute-Sorne und des Kantons Jura über den aktuellen Stand des Projekts.

Der aktuelle Stand des Projekts

Olivier Zingg, Direktor von Geo-Energie Jura, stellte den aktuellen Stand des Projekts vor: Der Bevölkerung wurden die wichtigsten Ergebnisse der ersten Bohrung präsentiert. Derzeit wartet das Projekt auf die Entscheidung über die Fortsetzung, Änderung oder Beendigung des Projekts, die auf der Grundlage der Analyse der kantonalen Behörden und einer Gruppe unabhängiger Experten (GEI) getroffen wird. Sobald alle Anforderungen erfüllt sind und die Behörden grünes Licht geben, kann die Detailplanung für die nächsten Schritte beginnen, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026. Pierre Brulhart, Leiter der Energieabteilung des Kantons Jura, erläuterte die weiteren Schritte und unter welchen Bedingungen der Kanton die Fortsetzung des Projekts akzeptieren wird.

Unabhängige Experten zum Projekt

Ziel dieses Abends war es auch, dass unabhängige Experten die Fragen des Publikums beantworten. Der Hydrogeologe Pierre-Yves Jeannin stufte die hydrogeologischen Risiken als gering ein und hielt sie mit vorbeugenden Massnahmen für gut kontrollierbar. Die mögliche Gefahr für die Umwelt bei der hydraulischen Stimulation in grosser Tiefe ist begrenzt, da die Stimulationen im Kristallin im mittleren Teil einer sehr wenig durchlässigen Masse stattfinden.

Professorin Anne Sauron führte in die Grundlagen der Seismizität ein, erläuterte die natürlichen Vorgänge der Seismizität und das Erdbebenrisiko. Im Laufe des Abends löste das Thema Erdbebenrisiko und mögliche finanzielle Entschädigungen zahlreiche Fragen seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus.

Abschliessend zeigte Clotaire Michel, Spezialist für Risikoanalyse, anhand welcher Kriterien das Risiko als akzeptabel oder nicht akzeptabel gehandhabt wird. Laut Clotaire Michel geht es dabei hauptsächlich um Risiken für geringfügige Sachschäden. Diese sind sehr unwahrscheinlich, da der Betreiber sofort reagieren kann und die Stimulation einstellen kann.

Dieser Abend hatte für Klarheit und Transparenz rund um das Projekt Haute-Sorne gesorgt:  Er verlief lebhaft, geprägt von Kritik, aber auch von einem echten Dialog.

Alle Präsentationen des Informationsabends finden Sie unter diesem Link (nur auf Französisch). 

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