Potenzial der Geothermie im Kanton Basel-Landschaft
19.01.2026Der Regierungsrat im Kanton Basel-Landschaft erarbeitet eine Erkundungsstrategie zur Nutzung des geothermischen Potenzial des Kantons.
In einem ersten Schritt wurde dafür eine Studie zur Wirtschaftlichkeit der mitteltiefen und tiefen Geothermie erarbeitet. Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit den regionalen Energieversorgern, Primeo Energie, EBL und IWB, erstellt wurde erläutert das Potenzial der Geothermie im Kanton Basel-Landschaft. Die Lage der potenziell interessanten Strukturen ist generell bekannt, es gibt im Kanton verschiedene geologische Strukturen, die für die geothermische Nutzung interessant sein können. Dabei handelt es sich z.B. um Bruchzonen oder tieferliegende Grundwasserleiter.
Die Analyse zeigt, dass geothermische Plays (ein Gebiet oder geologisches Umfeld mit günstigen Voraussetzungen) in mittleren Tiefen – in Kombination mit Wärmepumpen – aktuell das beste wirtschaftliche Potenzial im Kanton aufweisen.
- Besonders Play A1 (Tafeljura–Muschelkalk) kann bereits auf Projektebene wirtschaftlich attraktiv sein. Solche Projekte eignen sich nicht nur für Energieversorger, sondern auch für grössere Areale oder Einzelgebäude.
- Play D (Rheintal-Flexur) stellt eine Ausnahme im Bereich der direkten Nutzung dar: Unter Berücksichtigung von Bundesförderung sind hier positive wirtschaftliche Ergebnisse möglich.
Eine ähnliche Nutzung besteht schon in Riehen, im Kanton Basel-Stadt, wo seit 1994 Thermalwasser aus rund 1’500 Metern Tiefe zur Versorgung eines Fernwärmenetzes genutzt wird.
Das zentrale Risiko bei Projekten der tiefen Geothermie ist heute die Fündigkeit – also die Unsicherheit, ob ein geeignetes Reservoir gefunden und technisch und wirtschaftlich genutzt werden kann. Aufgrund der unzureichenden Kenntnis des Untergrunds und gleichzeitig hoher Investitionskosten können private Akteure dieses Risiko derzeit nicht tragen. Gezielte finanzielle Anreizsysteme können dieses Risiko reduzieren und Investitionen ermöglichen.
Eine gezielte kantonale Erkundungs- und Finanzierungsstrategie sollte daher auf vier Pfeilern basieren:
- Begleitgruppe und Vorbereitungsarbeiten. Koordination zwischen Kanton, Energieversorgern und Fachexperten zur Definition konkreter Ziele und Prioritäten sowie fachliche Begleitung.
- Optimierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Beschleunigung der Umsetzung geothermischer Projekte durch Abbau administrativer Hürden sowie optimierte Bewilligungs-, Konzessions- und Aufsichtsprozesse.
- Gezielte Fördermassnahmen. Entwicklung finanzieller Instrumente – insbesondere Investitionsbeiträge und Geothermie-Garantien – um das Fündigkeitsrisiko für private Investoren tragbar zu machen und die Bundesförderung zu ergänzen.
- Beschaffung primärer Daten. Systematische Erhebung geologischer Daten zur Verbesserung der Kenntnisse über den Untergrund und Verringerung der Unsicherheiten.
Auf nationaler Ebene werden solche Überlegungen zur Risikoabsicherung im Rahmen des Programms TRANSFER angestellt.
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