Neuste Zahlen zur Schweizer Geothermie
10.09.2026Die neusten Zahlen zur geothermischen Nutzung in der Schweiz zeigen eine Heizleistung von 2944 MW, was einem Anstieg von 3.1 % entspricht. Der grösste Anteil davon bilden nach wie vor Erdwärmesonden mit fast 85 %. Ein grosses Highlight im Jahr 2025 in Sachen tiefe Erdwärmesonden war die Inbetriebnahme von Thônex (GE).
Jährlich erstellt Geothermie-Schweiz im Auftrag von EnergieSchweiz eine Statistik zur geothermischen Energieproduktion in der Schweiz. Sie ist Bestandteil der Statistik der Erneuerbaren Energien, die das Bundesamt für Energie herausgibt.
Die vorliegende Statistik beruht auf Betriebsdaten, die von Anlagenbetreibern geliefert werden, und der Elektrowärmepumpen-Statistik des Bundesamtes für Energie, welche ihrerseits auf den Verkaufszahlen der Wärmepumpenlieferanten basiert.
Allgemeine Bedingungen und Heizleistung
Im Jahr 2025 gab es 3’026 Heizgradtage (HGT). Im Vergleich zum vorangehenden Jahr ist dies ein Anstieg von 167 Heizgradtagen. Das Jahr 2024 war etwas kälter als das Vorjahr. Der Durchschnitt der letzten 20 Jahre liegt bei 3’116 HGT.
Die gesamte Heizleistung aller geothermischen Anlagen in der Schweiz betrug im Jahr 2025 2’944.4 MW. Hiervon entfielen 2’478.5 MW (84.2 %) auf Erdwärmesonden. Zur schweizweiten Heizleistung mit Geothermie trugen ausserdem bei: Oberflächennahes Grundwasser 382.4 MW (13.0 %), Geostrukturen 43.1 MW (1.5 %), Tiefe Aquifere 6.1 MW (0.2 %), Tunnelwasser-Nutzungen 4.2 MW (0.1 %), Tiefe Erdwärmesonden 1.2 MW (<0.1 %), Thermalbäder 24.1 MW (0.8 %), Direktnutzungen Tiefer Aquifere 4.9 MW (0.2 %) sowie direkte Tunnelwassernutzungen (k. A.). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Heizleistung 2025 um 3.1 %.
Heizenergie aus geothermischen Anlagen
Die produzierte Heizenergie aus geothermischen Anlagen betrug 2025 5’072.2 GWh, wobei der Anteil der geothermischen und somit erneuerbaren Energie bei 3’842.1 GWh (75.8 %) lag. Der andere Teil der produzierten Heizenergie stellt den Stromanteil der Wärmepumpen-Systeme dar.
Die produzierte Heizenergie stammte mit einem Anteil von 95.8 % (4’857.6 GWh) hauptsächlich aus Systemen mit Wärmepumpen (WP). Davon entfielen wiederum 85.5 % auf Erdwärmesonden (4151.7 GWh). Die weiteren geothermischen WP-Nutzungen teilten sich auf in Oberflächennahes Grundwasser (12.0 %, 583.2 GWh), Geostrukturen (1.8 %, 89.3 GWh), Tiefe Aquifer-Nutzungen (0.5 %, 24.4 GWh), Tunnelwasser (0.1 %, 5.5 GWh) und Tiefe Erdwärmesonden (0.1 %, 3.5 GWh).

Diagramm mit Anteilen der Heizenergie aller geothermischen Systeme im Jahr 2025. Quelle: Statistik der geothermischen Nutzung in der Schweiz
Mit direkten Geothermie-Nutzungen ohne Wärmepumpen wurden 2025 insgesamt 214.5 GWh produziert, dies entspricht 4.2 % der gesamthaft produzierten Heizenergie. Der grösste Teil der di-rekten Nutzung erfolgte über Thermalbäder (200.4 GWh). Daneben lieferten auch die Anlagen Riehen und Grob (Schlattingen) als Tiefe Aquifere einen Teil der Direktnutzungen ohne Wärme-pumpe (12.1 GWh). Beim Lötschbergbasistunnel wurde ein grosser Teil der geothermischen Wärme direkt ohne Wärmepumpe für die Fischzucht verwendet (2.0 GWh). Für die anderen Tunnelwasser-Direktnutzungen stehen keine Abschätzungen zur Wärmenutzung zur Verfügung.
Highlights 2025: tiefe Erdwärmesonden in Thônex
In Thônex (GE) wurde nach zehn Jahren eine weitere Anlage in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine bestehende, über Jahr-zehnte ungenutzte Tiefbohrung, die für die thermische Nutzung ausgebaut wurde. Die Sonde ist nach unten offen und nutzt zusätzlich den natürlichen Wasserzufluss aus dem umgebenden Gestein. Ebenfalls bemerkenswert ist das angepasste Betriebsverfahren der Tiefen Erdwärmesonde Triemli (ZH), bei der erstmals ein kleiner Teil der Wärme direkt genutzt wird.
Weitere Informationen:
- Statistik der geothermischen Nutzung in der Schweiz – Ausgabe 2025. Schlussbericht
- Factsheet Tiefe Erdwärmesonde Thônex
