5. Wie läuft ein Projekt der Tiefengeothermie ab?
09.02.2026Ein Tiefengeothermieprojekt umfasst fünf grosse Phasen: Vorstudien, Prospektion, Exploration und Erschliessung, Betriebsphase (Nutzung der Erdwärme) und schliesslich Rückbau.
Ein Tiefengeothermieprojekt umfasst fünf grosse Phasen: Vorstudien, Prospektion, Exploration und Erschliessung, Betriebsphase (Nutzung der Erdwärme) und schliesslich Rückbau.
Ein Tiefengeothermieprojekt umfasst mehrere grosse Phasen. Es beginnt mit Vorstudien, die in der Regel ein bis zwei Jahre dauern. In dieser Phase werden die geologischen und hydrogeologischen Gegebenheiten analysiert, indem die verfügbaren Informationen, insbesondere aus bestehenden Bohrungen, zusammengetragen werden. Darüber hinaus werden der Energiebedarf des betreffenden Gebiets ermittelt und die günstigsten Standorte identifiziert.
Anschliessend folgt die Prospektionsphase, die ebenfalls ein bis drei Jahre dauert. Sie besteht aus der Erfassung geophysikalischer und geologischer Daten, beispielsweise seismischer Messungen oder Prospektionsbohrungen, um das Verständnis des Untergrunds zu verfeinern und Gebiete mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit zu identifizieren.
Die dritte Phase, die Erkundungs- und Erschliessungsphase, dauert in der Regel ein bis vier Jahre. Es werden eine oder mehrere Explorationsbohrungen durchgeführt, um das Vorhandensein eines geothermischen Reservoirs zu überprüfen, die Temperatur und Durchlässigkeit des Gesteins zu messen, die Zusammensetzung der Flüssigkeiten zu analysieren und die Produktivität zu testen. Ziel ist es, zu bestätigen, dass der Standort für ein wirtschaftliches Projekt geeignet ist. Sind die Ergebnisse positiv, werden die unterirdischen Anlagen (z. B. ein geothermisches Doppelbohrloch – Produktionsbohrung und Injektionsbohrung), die oberirdischen Anlagen (Wärmetauscher, Pumpen, ggf. ein Kraftwerk) und gegebenenfalls der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder das Stromnetz fertiggestellt.
Die nächste Phase ist die Betriebsphase, die den längsten Abschnitt des Projektlebenszyklus darstellt. Eine Tiefengeothermieanlage kann 20 bis 40 Jahre oder länger in Betrieb sein, wobei Parameter wie Temperatur, Durchfluss, Druck, Wasserchemie oder Seismizität kontinuierlich überwacht werden, um einen sicheren, nachhaltigen und effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Wenn die Anlage schliesslich das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, erfolgt in einem letzten Schritt der Rückbau, der sich über mehrere Monate erstreckt. Dabei werden die Bohrlöcher gesichert und verschlossen, die oberirdischen Anlagen demontiert und der Standort gemäss den Umweltanforderungen in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.