Die Forschung besser auf die Bedürfnisse der Projekte abstimmen
29.10.2026Wie kann sich die Forschung ausrichten, um gezielt der Entwicklung der Geothermie in der Schweiz weiterzuhelfen? Diese Thematik war Teil eines Geothermie-Workshops des Bundesamtes für Energie im September.
Rund 80 Teilnehmer aus Forschung, Industrie und Behörden nahmen an der zweiten Ausgabe des Geothermie-Workshops des BFE (Bundesamt für Energie) teil. Am Workshop wurden vor allem drei Grundbereiche diskutiert: die Erkundung des Untergrunds, die Wärmespeicherung im Untergrund und geothermische Systeme der neuen Generation.
Die Erkundung des Untergrunds
Der erste Teil des Tages war der geothermischen Erkundung und den Entwicklungen seit der ersten Ausgabe des Workshops im Jahr 2024 gewidmet, die damals vollständig diesem Thema gewidmet war. Swisstopo erläuterte den gesamten Prozess der Verwaltung geothermischer Daten aus den vom Bund geförderten Erkundungsprojekten, von der Erfassung über die Qualitätskontrolle (QC) bis hin zur Veröffentlichung.
Während des Workshops wurde gezeigt, dass die neuen Methoden die geothermische Exploration verbessern können, es jedoch keine Einheitslösung gibt, die allen Anforderungen gerecht wird. Innovative Methoden sind besonders nützlich, wenn sie traditionellere Ansätze ergänzen, wodurch sich ein fundierteres Bild des Untergrunds gewinnen lässt. Ebenso bietet künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten zur Analyse grosser Datenmengen, ersetzt jedoch nicht das menschliche Fachwissen, das für die Interpretation der Ergebnisse und die Erstellung eines zuverlässigen Bildes des Untergrunds erforderlich ist.
Wärmespeicherung im Untergrund
Der zweite Teil befasste sich mit der Wärmespeicherung im Untergrund und ihrem Potenzial, dem Energiesystem mehr Flexibilität zu verleihen. Die strategische und regulatorische Perspektive des BFE wurde durch mehrere Erfahrungsberichte aus Pilotprojekten ergänzt, wie beispielsweise die Wärmespeicherung in einem quartären Aquifer am Flughafen Zürich sowie das Projekt zur saisonalen Speicherung von Abwärme im Untergrund des Kraftwerks Forsthaus (BE), bei dem unter anderem verschiedene Ansätze zur Erhöhung der Transmissivität des Speichers untersucht wurden. Zudem wurden praktische Erkenntnisse zur Umweltüberwachung des Grundwassers eines Hochtemperatur-Speichersystems in einem Geothermie-Sondenfeld auf dem Empa-Eawag-Campus vorgestellt. Schliesslich bot die Aquifer-Temperaturbeobachtungsstation in Sion die Gelegenheit, Methoden zur Charakterisierung und Überwachung der thermischen Entwicklung eines Aquifers auf regionaler Ebene sowie praktische Aspekte im Zusammenhang mit der Messung der Auswirkungen der thermischen Nutzung des Grundwassers zu erörtern.
Geothermische Systeme der neuen Generation
Im letzten Teil des Workshops wurde ein Überblick über verschiedene Ansätze zur Entwicklung geothermischer Systeme der nächsten Generation (Next-Gen-Technologien) gegeben. Vorgestellt wurden insbesondere die modularen AGS-Systeme (Advanced Geothermal Systems) mit geschlossenem Kreislauf, bei denen die von EAPOSYS entwickelte Technologie zum Einsatz kommt, sowie das Projekt AgenS im Oberrheingraben, das auf der Entwicklung von Multilateralen ausgehend von einer vertikalen Bohrung basiert, um das Erdbebenrisiko zu verringern. Die Verringerung des Erdbebenrisikos steht auch im Mittelpunkt der innovativen Arbeiten im Zusammenhang mit der EGS-Technologie (Enhanced Geothermal System), wie das Projekt in der Haute-Sorne (JU) sowie die Forschungsarbeiten des InEarth-Projekts, die darauf abzielen, die durch Flüssigkeitsinjektionen bei der hydraulischen Stimulation induzierte Seismizität besser zu verstehen.
Am Ende des Tages blieb das Fazit, ein enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Behörden nach wie vor unverzichtbar. Auch der Austausch von Daten und Wissen wird ein entscheidender Erfolgsfaktor sein
Mehr Information und den gesamten Artikel finden Sie unter dem Link des Energiemagazin des Bundesamtes für Energie (energeia) :
Newsübersicht