Frequently Asked Questions

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Geothermie

Geothermie dient dazu, aus der natürlichen Wärme des Untergrunds Wärme, Kälte oder Strom zu erzeugen. Ausserdem ermöglicht sie die Speicherung von Energie im Untergrund für eine spätere Nutzung.

Geothermie ist eine erneuerbare Energiequelle, da sie die ständig von der Erde abgegebene Wärme und die im Boden gespeicherte Sonnenenergie nutzt. Sie ist lokal verfügbar, jederzeit nutzbar und unabhängig von den Wetterbedingungen.

Die Geothermie könnte bis zum Jahr 2050 bis zu 25 % des Wärmebedarfs des Landes decken, was etwa 17 TWh/Jahr entspricht, sowie mehrere Prozent der Stromerzeugung. Ausserdem würde sie die Speicherung von 4 bis 6 TWh/Jahr Wärme im Untergrund ermöglichen. Das Potenzial dieser Energiequelle wird derzeit noch bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die Geothermie kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Energien leisten, insbesondere im Bereich der Wärmeversorgung. Sie muss allerdings in einen Mix aus erneuerbaren Energien integriert werden, da sie den Bedarf alleine nicht abdecken kann.

Geothermie ist eine erneuerbare Energiequelle, welche mit sicheren Technologien genutzt wird. In geringer Tiefe sind die Risiken nahezu inexistent. In grosser Tiefe sind die Risiken aufgrund strenger technischer Normen, technischer Fortschritte und einer kontinuierlichen Überwachung der Projekte gering und kontrollierbar.

Bei der saisonalen geothermischen Speicherung wird im Sommer Wärme im Untergrund gespeichert, um sie im Winter wieder freizusetzen, oder umgekehrt bei Kälte. So lassen sich Energieerzeugung und -verbrauch über das ganze Jahr hinweg ausgleichen.

Geothermie ist eine lokale, erneuerbare und vielseitige Energiequelle mit geringer sichtbarer Auswirkung, die rund um die Uhr verfügbar ist. Sie ermöglicht die Erzeugung von Wärme, Kälte und in grossen Tiefen auch von Strom, während gleichzeitig die CO₂-Emissionen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich reduziert werden.

In der Schweiz gehören der Untergrund und seine Ressourcen den Kantonen. Diese erteilen die Explorations- und Nutzungsbewilligungen, sofern keine Sonderregelungen getroffen wurden. Die kantonalen Behörden sind auch für die Aufsicht über die Erdwärmenutzungs-Projekte zuständig.

 



Untiefe Geothermie

In der untiefen Geothermie werden vertikale Erdwärmesonden (Erd-/Wassersysteme), Grundwasser (Wasser-/Wassersysteme) oder Geostrukturen mit Wärmetauschern wie Fundamentpfähle oder Energiewände eingesetzt.

Eine Flüssigkeit nimmt die Wärme aus dem Untergrund oder dem Grundwasser auf und leitet sie an eine Wärmepumpe weiter, die die Temperatur erhöht, um ein Gebäude zu heizen oder Warmwasser zu erzeugen. Das System kann auch im Kühlmodus betrieben werden.

In der Schweiz werden Erdwärmesonden in der Regel zwischen 100 und 400 m Tiefe installiert, je nach Energiebedarf und lokaler Geologie. Einige Anlagen können bis zu 1000 m tief sein, um die Leistung und den Wirkungsgrad zu erhöhen.

Ja. Dank des als „Geocooling” bezeichneten Verfahrens ermöglicht die Geothermie im Sommer die Kühlung eines Gebäudes unter Nutzung der natürlichen Kühle des Untergrunds.

Ja. In der Schweiz ist für geothermische Bohrungen eine kantonale Bewilligung erforderlich, hauptsächlich zum Schutz des Grundwassers. Die Verfahren variieren je nach Kanton.

Eine geothermische Anlage in geringer Tiefe hat eine längere Lebensdauer als andere Energieanlagen: Geothermische Sonden haben eine Lebensdauer von mehr als 50 Jahren, während eine Wärmepumpe in der Regel 20 bis 25 Jahre lang funktioniert, bevor sie ersetzt werden muss.

Geothermische Systeme sind sehr leistungsstark: Eine Erdwärmepumpe erzeugt in der Regel vier- bis fünfmal mehr Wärmeenergie, als sie Strom verbraucht. Sie sind effizienter als Luft/Wasser-Wärmepumpen, da sie eine stabile Wärmequelle nutzen.

Die meisten Regionen der Schweiz sind für die Nutzung von Erdwärme aus geringer Tiefe geeignet, doch in bestimmten Gebieten sind spezielle Überprüfungen erforderlich. Die Kantone veröffentlichen Eignungskarten, und auf der Plattform kann-ich-bohren.ch des Bundes lässt sich schnell überprüfen, ob eine Bohrung zulässig ist.

Die Kosten für eine geothermische Anlage variieren je nach Grösse des Gebäudes, dessen Energiebedarf und der lokalen Geologie. Die Anfangsinvestition ist höher als bei einem fossilen System, aber die Betriebskosten sind sehr gering, wodurch sich die Anlage über ihre gesamte Lebensdauer hinweg rentiert. Zur Unterstützung solcher Projekte gibt es finanzielle Beihilfen von Kantonen und Bund.

Geothermische Anlagen haben nur minimale Auswirkungen auf den Boden und die Biodiversität, wenn sie richtig geplant und begleitet werden. Bohrungen unterliegen strengen Vorschriften, um das Grundwasser und die Natur zu schützen.

 



Tiefengeothermie

Je tiefer gebohrt wird, desto höhere Temperatur lassen sich im Untergrund finden. Dadurch kann Wärme für grössere Gebäude oder Stadtteile erzeugt werden und bei ausreichenden Temperaturen gibt es die Möglichkeit, Strom zu erzeugen.

In der Praxis und in bestimmten Kantonen spricht man manchmal von mitteltiefer Geothermie, um Projekte zu bezeichnen, die ausschliesslich der Wärmeerzeugung dienen.

Ja, mehrere Pilotprojekte testen derzeit die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Stromerzeugung in grosser Tiefe.

Ein Tiefengeothermieprojekt umfasst fünf grosse Phasen: Vorstudien, Prospektion, Exploration und Erschliessung, Betriebsphase (Nutzung der Erdwärme) und schliesslich Rückbau.

Die Prospektion dient dazu, neue Daten zu gewinnen, um das Verständnis des Untergrunds zu verfeinern und Gebiete mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit zu identifizieren. Die Erschliessung zielt darauf ab, das Vorhandensein eines geothermischen Reservoirs zu überprüfen und zu bestätigen, dass der Standort für ein technisch und wirtschaftlich tragfähiges Projekt geeignet ist.

Die wichtigsten Umweltrisiken betreffen die Grundwasserverschmutzung, induzierte Seismizität und vorübergehende Lärmbelästigungen während der Bohrarbeiten. Bei ordnungsgemässer Überwachung sind diese Risiken gering und gut kontrollierbar.

Die Risiken werden vor Beginn der Bohrungen in detaillierten Studien analysiert und anschliessend mithilfe von Monitoringsystemen kontinuierlich überwacht. Der gesamte Prozess wird unter strenger Aufsicht der kantonalen Behörden durchgeführt.

Die Kantone erteilen die entsprechenden Genehmigungen in Form von Bewilligungen oder Konzessionen.

Ja. Der Bund unterstützt finanziell Projekte der Tiefengeothermie für unterirdische Anlagen und bei Stromprojekten auch Anlagen an der Oberfläche.

Seit 2018 ist in der Schweiz ein starkes Interesse an der Tiefengeothermie zu beobachten, sowohl für die Wärme- als auch für die Stromerzeugung. Rund zwanzig Projekte sind derzeit in Umsetzung oder in Entwicklung.

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