Geothermie-Forum Frauenfeld

Unter dem Titel «Energiestrategie 2050: Was das Ja des Volks für die Geothermie und interessierte Städte und Gemeinden bedeutet» hat Geothermie-Schweiz am 20. Juni 2017 in Frauenfeld ein Forum durchgeführt.

Hier finden Sie sämtliche Referate:


gunter-siddiqi-bfeGunter Siddiqi, Bundesamt für Energie

«Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050: Was nun rechtlich gilt.»
Mit der Energiestrategie 2050 stehen der Geothermie weiter ausgebaute und neue Instrumente zur Verfügung: Erkundungsbeiträge, umfassendere Geothermie-Garantien, eine spezielle Einspeisevergütung für petrothermale Projekte oder auch eine Unterstützung für Wärmeprojekte. Im Referat wird gezeigt, wie diese Instrumente funktionieren und aufeinander abgestimmt sind.

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foto-gabriele-buttiGabriele Butti, Conim AG

«Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050: Wie sich Geothermie-Projekte rechnen.»
Die Instrumente der Energiestrategie 2050 erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Geothermie-Projekte zur Stromproduktion und/oder Wärmebereitstellung rentabilisiert werden können. Lässt sich die Wärme, die nicht zur Stromproduktion benötigt wird, nutzen und verkaufen, erhöht sich die Wirtschaftlichkeit der Projekte zusätzlich. Im Referat wird die Wirtschaftlichkeit von Geothermie-Projekten mit und ohne Energiestrategie 2050 skizziert.

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meier_peterPeter Meier, CEO Geo-Energie Suisse AG

«Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050: Was das für Stromprojekte bedeutet.»
Geothermische Stromprojekte werden mit dem neuen Energiegesetz von besseren Fördermöglichkeiten profitieren. Das Referat vermittelt einen kurzen Überblick über die neuen Förderinstrumente, speziell aber über die Voraussetzungen und die Verfahren. Die neuen Erkundungsbeiträge senken die finanzielle Hürde beim Einstieg in die Geothermie drastisch – für kleinere und mittelgrosse Energieversorgunsunternehmen ein enormer Vorteil.

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andenmatten_nathalieNathalie Andenmatten, Kanton Genf

«Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050: Was das für Wärmeprojekte bedeutet.»
Für geothermische Wärmeprojekte im mitteltiefen oder tiefen Untergrund gibt es bis anhin keine finanziellen Anreize. Das ändert mit der neuen Energiestrategie. Die neuen Instrumente ermöglichen, vermehrt fossile Heizungen durch Erdwärme zu ersetzen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Welchen Nutzen die neuen Fördermöglichkeiten für das Programm «GEothermie 2020» des Kantons Genf bringt, wird hier dargelegt.

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hurni_andreasAndreas Hurni, Verband Fernwärme Schweiz

«Die Rolle der Geothermie beim Ausbau der Fernwärme in der Schweiz.»
Die Fernwärme wird künftig immer wichtiger. Bis 2050 können bis knapp 40 Prozents des Wärmebedarfs der Schweiz mit Fernwärme abgedeckt werden. Es gilt, mit Fernwärme vermehrt erneuerbare Wärmequellen und Abwärme zu nutzen, so z.B. von Kehrichtverbrennungs-, Abwasser- und Industrieanlagen sowie Oberflächenwassern, Holz und Geothermie. Die Geothermie kann via Fernwärme die Wärmeversorgung vieler Gebiete sicherstellen, die nicht bereits durch andere Quellen vorteilhafter versorgt werden können. Daneben wird sie sicher auch eine entscheidende Aufgabe bei der saisonalen Wärmespeicherung und der Wärmeversorgung individuell beheizter Gebäude übernehmen.

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Jörg Uhde, Stadtwerke Bad Waldsee (D)

«Geothermie – Option auch für kleinere Stadtwerke?»
Um einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung zu leisten, setzt die 20’000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende deutsche Stadt Bad Waldsee auch auf Geothermie zur Nahwärmeversorgung. Ziel ist die Erschliessung von Thermalwasser. Die Erdwärme wird über ein neu aufzubauendes Nahwärmenetz verteilt. Öffentliche Einrichtungen (u.a. Rathaus, Stadthalle, Rehakliniken), Gewerbebetriebe und Privathäuser sollen mit regenerativer Wärme versorgt werden. Für das Projekt stehen Fördermittel aus einem EU-Programm sowie des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung.

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swm_hecht_christianChristian Hecht, Stadtwerke München (D)

«Fernwärme aus Geothermie: Antrieb der Wärmewende in München.»
Die Stadtwerke München (SWM) sind Schrittmacher der Energiewende – im Strom- wie im Wärmemarkt. Bis 2040 soll München die erste deutsche Grossstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Dabei setzen die SWM in erster Linie auf die weitere Erschliessung der tiefen Geothermie. Unter dem südlichen Teil der Stadt München liegen wertvolle Thermalwasservorkommen im Malm mit Temperaturen um 100°C. Diese Energiequelle will die SWM systematisch erschliessen und in das leistungsstarke, städtische Fernwärmesystem integrieren.

Christian Hecht ist einige Tage vor der Veranstaltung unerwartet verstorben. Geothermie Schweiz ist bestürzt und zutiefst betroffen vom Tod eines guten Kollegen und exzellenten Geothermie-Spezialisten. Das Referat von Christian Hecht wurde von Katharina Link (Geo-Future GmbH) gehalten. Einen Nachruf zu Christian Hecht finden Sie hier.

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mischa_schweingruberMischa Schweingruber, Erdwerk GmbH (D)

«Unterföhring: Fernwärme und Fernkälte mit der ersten Doppeldublette Deutschlands.»
Die Gemeinde Unterföhring im Norden Münchens betreibt die erste geothermische Doppeldublette zur Versorgung mit Fernwärme – und neu auch Fernkälte zur Verbesserung des Wärmeabsatzes im Sommer. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Tiefengeothermie in der Region und erlaubt, Erfolgskonzepte auszubauen und zu bestätigen. Die Anwendung dieser Konzepte und die Analyse vergangener Bohrprojekte ermöglichen ein risikominimiertes und letztlich kostengünstiges Tiefbohren im bayerischen Molassebecken.

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ladner_florentin_portraet-lafFlorentin Ladner, Geo-Energie Suisse AG

«Geospeicher als Alternative zum Aquiferspeicher.»
Bei der Strom- und Wärmeerzeugung (z.B. durch Holzheizkraftwerke, Kehrichtverbrennungsanlagen, Gas- und Dampfkraftwerken) sowie bei industriellen Prozessen (z.B. Abwasserreinigunsanlagen) entsteht ungenutzte Abwärme. Bislang steht noch keine attraktive Technologie zur Speicherung dieser Abwärme zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Geo-Energie Suisse AG einen geothermischen Energiespeicher im Fels (Geospeicher), der eine saisonale Speicherung und Nutzung zur Einspeisung der Wärme in ein Fernwärmenetz erlaubt.

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person-detail-person_imageMartin O. Saar, ETH Zürich

«Unkonventionelle Geothermie für die Schweiz: Petrothermie und Alternativen.»
Prinzipiell könnte die Menschheit mit geothermischer Energie dauerhaft mit Wärme und Strom versorgt werden. Doch um sie nutzen zu können, muss die Energie nahe der Erdoberfläche vorhanden und der Untergrund durchlässig genug sein, um ihm Wärme mit einer Flüssigkeit entziehen zu können. Dies ist in der Schweiz leider nicht überall gegeben. Um auch in weniger idealen Gebieten Erdwärme nutzen zu können, bedarf es unkonventioneller geothermischer Methoden. Zu diesen gehört die Petrothermie, die Verwendung – und gleichzeitige Untergrundlagerung – von CO2, aber auch das Zusatzerwärmen von geothermisch vorgewärmten Flüssigkeiten (Wasser, CO2). Das Referat behandelt diese unkonventionellen geothermischen Methoden für die Schweiz.

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